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Ist „die Würde des Tieres unantastbar“?

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Dienstag, 1 November, 2016

„Menschen haben eine Würde. Tiere haben einen Wert.“ Dieser „Versachlichung“ der Gesellschaft im Umgang mit Tieren, hielt der Theologe Rainer Hagencord zur Eröffnung des DVG-Kongresses in Berlin entgegen: „Es ist Unsinn einen Graben zwischen Mensch und Tier zu ziehen. Tiere haben ein Bewusstsein.“  

Wie ihre Halter werden auch Haustiere immer älter und entwickeln immer mehr altersbedingte Krankheiten. Das wissenschaftliche Schwerpunktthema „Geriatrie“ des 62. DVG-Vet-Congress 2016 in Berlin und die damit verbundenen Herausforderungen für Diagnostik, Therapie und Präventivmedizin haben auch eine ethische Dimension: Wann verletzt das medizinisch Mögliche (und vom Halter gewünschte) die Grenzen des Vertretbaren? „Je mehr wir dem Tier eine dem Menschen vergleichbare Würde zusprechen, desto herausfordernder wird unser Umgang mit dem alten Tier,“ sagte Kongress-Präsident Dr. Gereon Viefhues (Ahlen).

Diesem Konflikt von „Wert“ und „Würde“ des Tieres näherte sich als Festredner der Auftaktveranstaltung Dr. Rainer Hagencord. Der katholische Pfarrer leitet das Institut für Theologische Zoologie (Münster). Er fand zur Kongresseröffnung – und im nachfolgenden Workshop – griffige Formulierungen – ohne aber immer eine abschliessende Lösung anzubieten:
Tiere seien eben „keine Reiz-Reaktionsautomaten“, es gebe eine fast schizophrene Unterscheidung zwischen „niedlichen und nützlichen“ Tieren und auch die „strukturelle Sünde der industrielle Nutztierhaltung.“ Ob umgekehrt „Die Würde des Tieres unantastbar ist“ – wie es Titel und These eines Buches formulieren, dass eine „neue christliche Tierethik“ beschreiben will – das stellte Hagencord nur als Frage in den Raum. Ebenso wie: „Kennen Tiere ‚Lebensangst‘, wissen sie wie der Mensch, dass sie auf den Tod zu gehen?“ Oder „sterben Tiere weniger tödlich“ (Karl Rahner)?
Unstrittig ist für den Theologen Hagencord aber immer, dass „Tiere ein Bewusstsein haben. Es ist Unsinn einen Graben zwischen Mensch und Tier zu ziehen.“

von Jörg Held
Quelle: http://www.wir-sind-tierarzt.de/2016/10/wuerde-des-tieres-dvg/

 

 

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